
Donnerstag, 6. November
AK-Phase 1
- 9.00 Uhr - Krieg für Öl ist jeden Tag
Lothar Galow-Bergemann
(Friedensinitiative Stuttgart und
autofrei leben e. V.)
Im Frühjahr gingen Hunderttausende auf die Straßen, um gegen den "Krieg für
Öl" zu demonstrieren. Die wenigsten machten sich klar, dass auch aufgrund
ihres eigenen Konsumverhaltens an vielen Orten in der Welt ein permanenter
Krieg um Öl stattfindet. Oder wollten sie es nur nicht wahrhaben? Dieser
Krieg gegen die Menschen und gegen die Natur hat katastrophale Ausmasse und
findet bei weitem nicht nur mit Bomben statt. Eine Produktions- und
Konsumtionsweise, die auf dem hemmungslosen Plattmachen unserer
Lebensgrundlagen basiert, ist nicht nur tödlich, sie verhindert auch ein
schönes Leben.
- 9.00 Uhr - Kritische Masse -
Zeitung der BUNDjugend
Für all jene, die gerne mal Medien selber machen wollen bietet sich in
diesem workshop die fantastische Gelegenheit. Hier könnt ihr lernen wo
und wie man rechechiert, layoutet, Interviews durchführt, Artikel
verfasst usw.
Ziel des wokshops ist es, zwei Seiten für die KM zu erstellen und das
JAKMag, die diesjährige JAK-Zeitung, zu verfassen... und neben her könnt
ihr noch die äußerst nette KM-Redaktion kennen lernen.
- 9.00 Uhr - Stuttgart 21 als Beispiel einer verfehlten Bahnpolitik
Gangolf Stocker (Leben in Stuttgart und
Bürgerbahn statt
Börsenbahn)
Was für eine Bahn brauchen wir? Brauchen wir Flugzeuge auf Schienen und/oder
ein funktionierendes Netz? Wie verlagert man Verkehr von der Straße auf die
Schiene? Sind dazu Großprojekte (wie z.B. Stuttgart 21) sinnvoll?
10 Jahre Bahn"reform" und ihre "Erfolge".
- 9.00 Uhr - Wasser als Kriegsursache
Gerhard Siegwart (Network WorldWide Projects)
- 10.00 Uhr - Fundamentalismus oder Frieden? - Religionskonflikte
Michael Blume (Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) Region Stuttgart e.V.)
Täglich erreichen uns Bilder, in denen Menschen durch verschiedene
Religionen zu Angst und Hass voreinander angestachelt
scheinen. Gleichzeitig aber engagieren sich große, religiöse Bewegungen
aber auch für Frieden und Dialog. Warum ist
Religion vielen Menschen heute noch wichtig - oder sogar wichtiger als in
der Vergangenheit? Unter welchen Bedingungen
Trägt Religion zu Krieg oder Frieden bei? Was kann der Einzelne tun?
Der Referent ist Religionswissenschaftler, selbst Christ und mit einer
Muslima verheiratet.
AK-Phase 2
- 13.30 Uhr - Was hat Linux mit Politik zu tun?
Hanno Böck
Seit Mitte der neunziger Jahre macht ein neues Computersystem von sich reden.
Linux, ein System, welches nicht von einer Firma entwickelt wird, sondern von
unzähligen Freaks, die in ihrer Freizeit ein System geschaffen haben,
das heute sicherer und stabiler als Microsoft Windows ist.
Was steckt dahinter? Wie konnten einige Computerfreaks die Computerwelt so
verändern, ohne sich an die Regeln kapitalistischer Verwertung zu halten?
Was hat es mit dem neuen Urheberrecht auf sich, was bedeutet das
neue Jugend"schutz"gesetz, was sind Software-Patente?
Der Referent ist Entwickler bei Gentoo-Linux.
- 13.30 Uhr - Kriege und Umweltschutz in Entwicklungsländern
Sören Manthey
- 13.30 Uhr -Ausflug in ein AsylbewerberInnenheim
Karl-Heinz Lobotzki
Es wird viel geredet von Ausländern, Flüchtlingen, Asylbewerbern. Doch, wie
sie hier in Deutschland, oft ganz in unserer Nachbarschaft, untergebracht sind,
was sie für Probleme bewältigen müssen, weshalb sie hierher gekommen sind,
was sie in Europa für Erfahrungen gemacht haben, weiss kaum jemand so genau.
Sandra Perone, die als Sozialarbeiterin in einem AsylberwerberInnenheim
arbeitet, wird euch eine solche Einrichtung in Stuttgart zeigen und ein bisschen
aus ihrem Arbeitsalltag erzählen. Anschließend kann im Gespräch mit Einwohnern
des Heims direkter Kontakt zu ihnen aufgenomme werden, so dass sie Fragen
beantworten und von ihren Erfahrungen berichten können.
- 13.30 Uhr - Globalisierung und Weltwirtschaft (Teil 1)
Lennart Grumer
Wirtschaftswachstum oder Menschenrechte - und warum nicht einfach beides?
Geheim gehaltene Vereinbarungen zwischen Staaten, Konzernen, Banken und Interessenverbänden stellen
uns vor die Frage: Wie soll es mit der Welt weitergehen?
In diesem AK geht es darum, die Chancen und Risiken der Globalisierung zu erkennen. Wieso werden
weitreichende Entscheidungen ohne Zustimmung der Allgemeinheit getroffen? Und welche Rolle spielen
dabei die Globalisierungskritiker?
AK-Phase 3
- Linux selber ausprobieren
Hanno Böck
Nachdem im ersten Teil (siehe oben) des Workshops die politischen
Hintergründe von Linux beleuchtet wurden, soll es jetzt darum gehen,
selbst mal ein Linux-System zu sehen und damit zu arbeiten.
Hierfür nutzen wir Knoppix, ein
Linux-System, welches sich ohne Installation direkt von CD starten
lässt.
- 16.00 Uhr - Argumentationstaining
Sören Manthey
- 16.30 Uhr - Trommeln
- 16.00 Uhr - Rüstungskonzern DaimlerChrysler
Paul Russmann (Ohne Rüstung
leben und Kritische Aktionäre DaimlerChrysler)
DaimlerChrysler baut nicht nur Autos, sondern ist auch Hauptaktionär der
Rüstungsschmiede EADS - und über diese Beteiligung der weltweit achtgrößte
Rüstungskonzern. Der Dachverband der Kritischen AktionärInnen
DaimlerChrysler fordert "Entrüstet Daimler" - aber auch den serienmäßigen
Einbau von Rußfiltern in alle Dieselfahrzeuge der Mercedesflotte und die
Einführung des Zwei-Liter-Autos.
- 16.00 Uhr - Vegan Kochen
Henrike Kranich
- 16.00 Uhr - Globalisierung und Weltwirtschaft (Teil 2)
Lennart Grumer
- 16.30 Uhr - Trommelworkshop
Ralph Meyer
Einführung und Beschreibung der Instrumente. Zeigen einfacher Takte und
Rhythmen, Gemeinsames Trommeln.
Abends
- 20.00 Uhr - Diavortrag Zapatistas - Ya Basta
Jürgen Dorn
Am 1.1.1994 wurde die verkaterte Öffentlichkeit durch die Nachricht
eines Guerillaaufstandes im Armenhaus Mexikos überrascht. In Chiapas
hatte eine bis dato unbekannte Guerilla mehrere Provinzstädte besetzt
und forderte die Aussetzung des Nordamerikanischen Freihandelsvertrags
(NAFTA) sowie eine revolutionäre Änderung des wirtschaftlichen und
politischen Systems von Mexiko. Schnell wurden die Zapatistas berühmt.
Hinter Masken verbergen sie ihr Gesicht, weil sie für die Millionen von
Gesichtslosen aus 500 Jahre Kolonialismus und Unterdrückung stehen
wollen. Die postmoderne Guerilla führt ihre Revolution ohne Waffengewalt
im Internet, bei intergalaktischen Treffen gegen den Neoliberalismus,
bei Märschen nach Mexiko City und mit der Poesie von Subcomandante
Marcos. Was hat es mit der EZLN auf sich, die eine Revolution anzettelt
ohne an die Macht zu wollen?
In seinem Diavortrag beschreibt Buddy Dorn seine Teilnahme als
internationaler Menschenrechtsbeobachter an einem Friedenscamp in
Chiapas. Zugleich analysiert er die Bedeutung des zapatistischen
Aufstands für Mexiko und die internationale globalsierungskritische
Bewegung.